Skip to main content

Ein dritter Nationalpark. Für Bayern.

 

Neu gegründete Nationalparke wurden zur Erfolgsstory für Menschen, Natur und regionale Wirtschaft - entgegen diverser Unkenrufe mancher Lokalpolitiker im Vorfeld

Portal Naturschutzoffensive Bayern

Auf dieser Seite finden Sie weiter Fachinformationen und ergänzende Downlaodangebote (Bürgerinfos etc).

Facebookseite


 

Pinocchio im Nationalpark: Netzwerk gegen den Naturschutz am Beispiel Spessart  PDF herunterladen


Masterplan "Lebensraum Bayerische Donau" - viele neue Schutzgebiete für eine Umsetzung in der Realität erforderlich

20.9.2017: Nach Ansicht der Gregor Louisoder Umweltstiftung muss gerade wegen der hohen naturschutzfachlichen Qualität des Masterplans jetzt darauf geachtet werden, dass die Ziele zum Auenschutz des Masterplans "Lebenraum Bayerische Donau" in der Realität auch umgesetzt werden und nicht in der Schublade verschwinden, wie so viele andere Naturschutzplanungen. Erforderlich sind dazu neue Wildnisschutzgebiete im Bereich der Auwälder. Auch ein dritter Nationalpark in den Donauauen könnte hier einen Quantensprung bringen.

Die Donau ist ein einzigartiges Naturjuwel, das Länder und Menschen verbindet. Sie bildet einen zusammenhängenden Natur- und Kulturraum vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer. Das betonte das Bayerische Umweltministerium  bei der Vorstellung des "Masterplans Lebensraum Bayerische Donau" an der Isarmündung in Moos. Mit dem Masterplan liegt erstmals ein naturschutzfachliches Rahmenkonzept für die Bayerische Donau und ihre Auen vor.

Der "Masterplan Lebensraum Bayerische Donau" beschreibt auf rund 100 Seiten, wie die Donauraumstrategie gezielt in Bayern umgesetzt werden kann. Dafür haben Verbände wie der BUND Naturschutz in Bayern, der Landesbund für Vogelschutz, der Landesfischereiverband und die Donau-Naab-Regen-Allianz, Instituten wie das Auenzentrum Neuburg-Ingolstadt, Umweltbildungseinrichtungen sowie Landkreise, Regierungen und das Landesamt für Umwelt die verschiedenen Landschaftsräume erfasst sowie Entwicklungsziele und konkrete Maßnahmen ausgearbeitet. Der Masterplan enthält 15 Schlüsselprojekte, die in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Menschen vor Ort schrittweise umgesetzt werden sollen.

Der Masterplan ist im Internet abrufbar unter http://www.stmuv.bayern.de/…/makrore…/donauraumstrategie.htm

Im Nationalpark Bayerischer Wald und anderen Schutzgebieten sind große Waldflächen durch Borkenkäferbefall verändert worden. Alte Fichtenreinbestände wurden durch Windwürfe eliminiert oder vom Borkenkäfer befallen. Anstelle von  Fichtenreinbestände gleichen Alters entstanden so echte Naturwälder. Dies wurde in der Öffentlichkeit besonders wegen der auffälligen Bilder sterbender Fichten in der Übergangszeit kontrovers diskutiert.

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hatte deshalb bereits im Jahr 1998 internationale Wissenschaftler in ein Expertengremium einberufen. Dem Gremium gehörten Waldschutz- und Waldvegetationsexperten aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Schweden und der Schweiz sowie Vertreter der internationalen Naturschutzunion (IUCN) und des World Wide Fund for Nature (WWF) an. Die Ergebnisse zeigen, dass auch derartige großflächige Naturphänomene weder zu einer dauerhaften Entwaldung noch zu sonstigen Problemen mit den Schutzzielen führen.

LWF: Borkenkäferproblematik im Nationalpark Bayerischer Wald - Ergebnis des internationalen Expertengremiums

Gibt es in Wildnisgebieten Fichtenwälder oder werden sie vom Borkenkäfer "aufgefressen"? Bei dieser Debatte werden verschiedene Ausgangssituationen vermischt, was die Diskussion zusätzlich verwirrt. Außerhalb weniger Extremstandorte (Hochlagen der Mittelgebirge und Hochgebirge) sind Fichten meistens zur Holzproduktion gepflanzt oder ihr Anteil wurde durch andere Faktoren (Wildverbiss von Laubbaumarten) stark erhöht. Grossflächige Fichtenreinbestände gab es ausserhalb von Wirtschaftswäldern nicht, und sie werden auch in Wildniszonen nicht entstehen. In extremen Hochlagen wie den Kammlagen des Bayerischen Waldes gab es auch natürliche Wälder mit sehr hohem Fichtenanteil. Allerdings ist die Datenlage hier meistens unzureichend, und es gibt nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen zur langfristigen Entwicklung derartiger Wälder ohne menschliche Eingriffe.  Grundsätzlich wurden auch diese Bereiche meistens intensiv zur Nadelholzproduktion genutzt und sind nicht mit Bergfichten-Urwäldern vergleichbar. Auch nach dem Zusammenbruch des forstlich genutzten bzw. veränderten Fichtenwaldes entsteht hier nach bisherigem Forschungsstand Wald mit hohem Fichtenanteil. Er ist aber nicht mit dem vorher zur Holzproduktion genutzten Fichtenforsten vergleichbar. Hierzu gibt es im Nationalpark Bayerischer Wald umfangreiche Forschungsprojekte, die die Veränderungen seit der Ausweisung im Jahr 1970 umfassend dokumentieren und insbesondere die Themenkomplexe "Verjüngung nach Borkenkäferbefall", "Windwürfe" und "Baumartenspektrum und Altersstruktur in der Wildnisentwicklung" umfassend untersuchen.

Nationalpark Bayerischer Wald: Wissenschaftliche Untersuchungen

Gerade für die aktuellen Diskussionenzum 3. Nationalpark liefert die prämierte Arbeit grundlegende Daten, Methoden und Analysen, die den oft frei erfundenen Horrorszenarien aus dem Umfeld von Naturschutzgegnern und Holzlobby die Grundlage entziehen.

Mit den "Förderpreisen Wissenschaft" will die Stiftung Nachwuchswissenschaftler ermutigen, gerade auch Themen und Problemfelder zu bearbeiten, die nicht automatisch eine Industriekarriere oder Begeisterung bei potentiellen Arbeitgebern in der Verwaltung versprechen. "Gerade der Natur- und Umweltschutz braucht in Zukunft mehr denn je qualifizierte und engagierte Wissenschaftler, die nicht nur auf eine möglichst schnelle Karriere in der Industrie starren, sondern sich für eine nachhaltige und ökologische Entwicklung engagieren", so Claus Obermeier, Vorstand der Stiftung. Diese Hoffnungen haben die diesjährigen in herausragender Weise erfüllt. Im Einzelnen werden die Förderpreise für Abschlussarbeiten und Dissertationen in den Studienschwerpunkten Biologie / Geo- und Umweltwissenschaften, Forst- und Agrarwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften vergeben. Der Preis ist mit jeweils 2500 € Preisgeld und einer Anschlussförderung zur Weiterführung der wissenschaftlichen Arbeit verbunden.

Die Jury bestand aus Dr. Manuel Schneider (Projektbüro make sense, Gutachten) , Christine Frömel, Bernd Louisoder, Stefanie Jaeger, Claus Obermeier.

Ansprechpartner für Rückfragen: Andreas Abstreiter, Projektstelle Onlinekommunikation

Kurzfassung Dr. Marius Mayer: Nationalparks gelten als ökonomisch nachteilig, weil sie traditionelle Wirtschaftsweisen einschränken. Oft ist die unzureichende ökonomische Bewertung dieser Schutzgebiete – insbesondere der davon ausgehenden öffentlichen Güter – für diese Wahrnehmung verantwortlich. Dieses Defizit soll am Beispiel des ältesten deutschen Nationalparks im Bayerischen Wald behoben werden. Die vorliegende Kosten-Nutzen-Analyse zeigt in drei von vier Szenarien positive Ergebnisse für den Nationalpark. Er führt demnach zu Einkommenstransfers in seine Umgebung, während die Opportunitätskosten von der gesamten Gesellschaft getragen werden, die auch von den Erholungs- und Nicht-Gebrauchswerten des Schutzgebietes profitiert. Die Analyse basiert auf umfangreichen empirischen Erhebungen und stellt verschiedene zeitliche Szenarien, räumliche Ebenen sowie Minimum- und Maximum-Szenarien gegenüber. Die Ergebnisse hängen von vielfältigen Einflussfaktoren ab und variieren mit den zugrundeliegenden Annahmen. Die Entscheidung für oder gegen einen Nationalpark kann deshalb nicht allein auf ökonomische Sachverhalte reduziert werden, sie spiegelt vielmehr immer gesellschaftliche Werturteile wider.

Vollständige Untersuchung (Buchfassung)

Onlineportal beantwortet alle Fragen

Mit dem Online-Portal „Wissen Nationalpark“ stellen EUROPARC Deutschland e.V. und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt leicht zugängliche und verständliche Informationen zu wichtigen Nationalpark-Themen wie Nutzung, Wildnis oder Tourismus bereit. Die Plattform richtet sich an interessierte Bürger, lokale Akteure und Fördervereine, die sich über Nationalparks und Nationale Naturlandschaften informieren wollen. „Gerade bei Diskussionen um neu auszuweisende Nationalparks werden vor Ort häufig Fehlinformationen verbreitet“, berichtet Karl Friedrich Sinner, ehemaliger Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald und Mitglied des Autorenteams. Dies habe zu großen Unsicherheiten geführt. Wer sich genauer – und vor allem verlässlich – informieren wollte, musste aufwändig recherchieren. Ist in Deutschland ein neuer Nationalpark geplant, findet sich schnell eine Opposition. Wird der Nationalpark dann eröffnet, erleben diese Gebiete meist breite Zustimmung. ‚Wissen Nationalpark’ hilft dabei, Wildnis auch als Chance zu begreifen. Das Online-Portal ist unter der Adresse www.wissen-nationalpark.de  zu erreichen.